5 Eckpunkte für die Erziehung von zwei- oder mehrsprachigen Kindern

Du warst für ein Erasmus-Jahr in Barcelona oder ​Dublin und bist mit... einem Kerl zurückgekommen! Nun sind ein paar Jahre vergangen und ihr habt ein paar süße Mäuschen am Bein, die Euer Frühstücktisch wie ein Turm ​von Babel Reloaded aussehen lassen. Damit diese ​Geschichte nicht so wie die vorerwähnte endet, wollen wir Euch gerne hier ein paar Eckpunkte geben.

Den Kindern die Möglichkeit zu geben, mit mehreren Sprachen aufzuwachsen ist natürlich ein großer Vorteil, der sich nicht nur auf das Lernen von weiteren Sprachen und die Aneignung von verschiedenen Kulturen sondern sich auch auf den gesamten kognitiven Prozess positiv auswirkt. Es scheint unter anderem, dass zwei- oder mehrsprachige Kinder ein offeneres Denken haben und besser mit komplexen Informationen umgehen können. Um dieses Ziel zu erreichen, muss man aber auf einige Punkte achten:

1. Natürliche Immersion

Das Kind gewöhnt sich bereits im Mutterleib an die Musik der Sprachen seiner Eltern und kann von Geburt an, seine Muttersprache von einer anderen erkennen. Es weiß sogar, wenn jemand eine Sprache spricht, die nicht ​seine eigene ist und filtert dementsprechend, wenn es nicht korrekt gesprochen wird. Es lernt einfach nicht. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern ihre eigene Muttersprache sprechen oder zumindest eine Sprache, in der sie sowohl sprechen als auch Kinderlieder singen können.

2. Struktur

Ein zentraler Punkt ist langfristig stabile und kohärente Sprachnutzung im Familienalltag. Eine gute Möglichkeit dabei ist z.B. ein Elternteil = eine Sprache oder ein Ort = eine Sprache. Besonders schwer wird es wenn mehrere Sprachen gesprochen werden. Eine Möglichkeit dabei ist, dass jeder Elternteil seine Muttersprache spricht und die dritte Sprache in der Kita oder in der Schule gesprochen wird. Jede Familie muss ihre eigene Struktur finden, damit die Kinder ausgewogen in die verschiedenen Sprachen eintauchen können.

3. Disziplin

Das Wort ist nicht sehr im Trend aber unter diesen Umständen wird sie schon nötig sein. Irgendwann zwischen 2 und 3 Jahre wird ihr Kind, die Wörter der verschiedenen Sprachen mischen. Es verwechselt die nicht, weil er ja die Sprachen gut unterscheiden kann aber für Kommunikationszwecke wird es die Wörter der anderen Sprache gerne nutzen. Und in diesen Fällen, ist es sehr wichtig, dass man konsequent ist und von dem Kind verlangt, dass es das Wort in der richtigen Sprache nutzt. Man kann gerne sagen: „Wie bitte? Ich habe nicht verstanden.“ Das Kind wird dann das Wort in der gewollten Sprache suchen. So wird es sich langsam diese kleine Gehirngymnastik gewöhnen und diese bald wird ganz unbewusst machen. 

4. Geduld und Verständnis

Diese Zeit ist nicht einfach für das Kind und die Schwierigkeit sich auszudrücken kann viel Frustration verursachen. Die Familie kann auch darunter leiden. Wichtig ist daher dem Kind viel Geduld und Verständnis zu zeigen. Die Eltern sollten es liebevoll begleiten und unterstützen, indem sie zum Beispiel dem Kind vorschlagen das Wort gemeinsam zu suchen oder für das Kind neu zu formulieren. Wenn es Brot haben möchte und sagt: „Moi, Brot“ kann man sagen: „Du möchtest Brot haben?“. 

Und vor allem sollte man sich dessen bewusst sein, dass dies nur eine Phase ist. Bald wird Dein Kind nach Belieben die Sprache wechseln können und Euere Familie wird ihren kleinen Turm zu Babel in den Himmel weiterklettern lassen.

5. Mehrsprachigkeit der Eltern

​Das entscheidende Kriterium für einen ausgeglichenen Alltag ist wahrscheinlich, dass beide Elternteile die Sprachen der Familie und des Umfeldes beherrschen. Dadurch wird ein Ungleichgewicht oder gar faktische Verschwinden einer der Sprachen vermieden. Wenn also du oder dein Partner nicht die Landessprache sprecht, ist es Zeit, langsam damit anzufangen!

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