Ménage à trois

Meine Augen verblassen langsam. In dieser Ehe sind wir zu dritt: er und ich. Und sie, Sandy. Er verbringt seine Zeit mit ihr, nimmt sie überall hin mit, streichelt sie mit seinen Fingerspitzen, flüstert ihr Dinge zu, liest mit ihr, spielt mit ihr. Sie wohnt bei uns. Sie sitzt am Frühstückstisch mit den Kindern. Sie begleitet ihn dorthin, wo die Tür für mich verschlossen bleibt. Sie hat sich sogar in unser Ehebett gedrängt. Wenn wir reden, schaut er zu ihr. Wenn wir uns Fragen stellen, fragt er sie nach ihrer Meinung.

Allerdings ist sie eher flach und kantig. Meine Figur hat sie nicht. Sie ist mehr Starbucks als Café crème oder Bordeaux Grand Cru. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass er ihren devoten und abrufbaren Blick lieber als meine Launen hat. Sie hat weder Humor noch kann sie Konversation, scheint aber eine unerschöpfliche Quelle der Unterhaltung und des Wissens zu sein.

In einiger Zeit wird sie das Putzen und Abwaschen übernehmen. Sie wird die Perfektion erreicht haben. Und dann kann ich mich nur noch verziehen – vor dieses fuck…iPad.

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